29. April 2019 / Aktuelles aus der Region 10

Rund um die Zecke!

Informationen für Eltern, Tierbesitzer und Naturliebhaber

Die Zecke 

Was ist eine Zecke?

Zecken zählen biologisch zur Klasse der Spinnentiere. Das erkennt man beispielsweise an den acht Beinen erwachsener Zecken. Noch genauer gehört die Zecke zu der Gruppe der Milben. Darüber hinaus ist die Zecke ein hochspezialisiertes Tier, das durch Körperbau und Verhalten hervorragend an seine Umwelt angepasst ist. Als Parasit braucht sie andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernährt – ähnlich wie eine Stechmücke.

Warum kann eine Zecke gefährlich sein?

Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann auch in Deutschland ein an und für sich harmloser Zeckenstich für Menschen gefährlich werden. Dabei gelangen die Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen oder dem Darm der Zecke über den Stechapparat in den Körper des Blutwirts. Die richtige Vorsorge ist daher wichtig. Es gibt also kein Zeckengift, sondern die Gefahr geht von den Krankheitserregern aus. Diese Krankheitserreger können von verschiedenen, in Deutschland lebenden Zeckenarten übertragen werden. Allerdings ist das Risiko für Menschen für die Übertragung unterschiedlich hoch. Am gefährdetsten sind Menschen in Deutschland durch Zeckenstiche vom Gemeinen Holzbock oder der Auwaldzecke.

Können Krankheiten auch auf Tiere übertragen werden ? 

Ja! Zu den häufigsten Erkrankungen, die Zecken bei Hunden übertragen können, gehört die Borreliose mit ihren unangenehmen Folgen. Vor allem die Gelenke an den Läufen können stark anschwellen, weshalb der Hund unter Schmerzen bald unter Schmerzen leidet und lahmt. Auch Organe und das Nervensystem können angegriffen werden. Sobald die Krankheit ausgebrochen ist, gibt es eine sehr zeitintensive Therapie, die aber nicht in jedem Fall erfolgreich verläuft. Für Hunde gibt es allerdings eine Borreliose-Impfung.

Von der Auwaldzecke, die ursprünglich rund um das Mittelmeer beheimatet ist, sich aber immer weiter gen Norden ausbreitet, wird Babesiose überwiegend an Hunde übertragen. Von der Symptomatik her ähnelt die Babesiose der Malaria, weshalb sie auch "Hundemalaria" genannt wird. Auslöser dieser Krankheit sind einzellige Sporentierchen, die durch Zecken übertragen werden. Grundsätzlich ist kein Säugetier davor gefeit, an Babesiose zu erkranken.

Auch Hunde und Pferde können - wenn auch seltener als der Mensch an FSME erkranken. Die ersten Fälle bei Hunden sind seit etwa 30 Jahren dokumentiert. FSME verläuft bei Hunden üblicherweise sehr schwer, sodass das Tier nicht selten eingeschläfert werden muss. Ein Impfstoff steht für Tiere nicht zur Verfügung, und auch die Krankheit selbst kann nicht behandelt werden, sondern nur die Symptome.

Auch die Anaplasmose wird durch Bakterien ausgelöst, welche nach dem Zeckenbiss die Blutzellen der Wirtstiere befallen. Prinzipiell kann jedes Säugetier erkranken, wobei eine Übertragung auf den Menschen eher selten ist. Behandelt wird die Anaplasmose mit einer Antibiotika-Therapie. Zu den weiteren Krankheiten, welche Tiere befallen können, gehören das Colorado-Zeckenfieber, Heartwater, das Q-Fieber, die Indische Waldkrankheit, das Südafrikanische Fleckfieber, das Rocky Mountain Fleckfieber, Zecken-Rückfallfieber und die Tularämie.

Faktencheck

  1. Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Zeckenarten. In Deutschland ist die bekannteste Art der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus).
  2. Zecken fallen von Bäumen? Dieser Volksglaube stimmt nicht. Denn dabei wäre das Risiko, nicht den Wirt zu treffen, zu groß.
  3. Eine vollgesaugte Zecke kann ungefähr 200 Mal so viel wiegen wie eine hungrige Zecke.
  4. Zecken können bis zu drei Wochen unter Wasser überleben
  5. Zecken erkennen ihre Beute unter anderem am Schweiß und der Körperwärme. Dafür helfen Rezeptoren an den Vorderbeinen.
  6. Eine Blutmahlzeit kann einer Zecke für mehrere Jahre ausreichen.

 

Wie saugt sich die Zecke fest?

  • Zecken verankern sich beim Stich mithilfe kleiner Widerhaken an ihrem Stechrüssel in der Haut. Zusätzlich sondern sie eine Art Zement ab, mit dem sie sich in der Haut verkleben. Beim Herausziehen müssen Sie deshalb einen gewissen Widerstand überwinden.

 

Womit entferne ich eine Zecke am besten?

Das Wichtigste vorab: Man kann eine Zecke nicht "falsch" entfernen. Falsch wäre nur, sie nicht zu entfernen

Diese Werkzeuge bekommen Sie zum Beispiel in der Apotheke:

  • eine spitze Pinzette,
  • einespeziellen Zeckenkarte, 
  • eine Zeckenpinzette oder
  • Zeckenschlinge.

Vergessen Sie "Hausmittelchen"
Tropfen Sie kein Öl, keinen Nagellackentferner, keinen Alkohol oder Kleber auf die Zecke. Diese Stoffe töten die Zecke nicht, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Tier in die Einstichstelle übergibt und so erst recht Bakterien und Viren überträgt.

Suchen Sie den restlichen Körper ab
Wo eine Zecke zugestochen hat können sich noch weitere Artgenossen tummeln. Suchen Sie deshalb immer den ganzen Körper und bei Kindern vor allem auch den Kopf nach weiteren Zecken ab.

So entsorgen Sie die Zecke sicher
Wenn Sie eine krabbelnde Zecke gefangen oder ein saugendes Exemplar erfolgreich entfernt haben, sollten Sie das Tier unschädlich machen, ohne dabei mit seinen Körperflüssigkeiten in Kontakt zu kommen. Sicher gelingt das zum Beispiel, wenn Sie die Zecke in hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel legen. Empfehlenswert ist auch, die Zecke in Stück Papier zu legen und mit einem Gegenstand (etwa einer Trinkflasche oder einem Glas) zu zerdrücken. Bewährt hat sich auch, die Zecke zu verbrennen.

Was Sie nicht tun sollten
Spülen Sie die Zecke nicht in der Toilette herunter. Die Tiere sind sehr robust und überleben sogar einen Waschgang bei 40 Grad in der Waschmaschine. Versuchen Sie auch nicht sie mit dem Schuhabsatz zu zerquetschen. Das gelingt oft nicht, denn Zecken haben einen harten Schild, der sie schützt. Auch mit dem Finger sollten Sie die Zecke nicht zerdrücken. Denn falls das Tier Krankheitserreger in sich trägt könnten Sie sich über Mikroverletzungen in der Haut anstecken.

Den Stich desinfizieren und beobachten
Ist die Zecke vollständig entfernt? Dann desinfizieren Sie die Stichstelle mit einem Wunddesinfektionsmittel.

Nach einem Zeckenstich sollten Sie die Hautstelle etwa sechs Wochen lang im Blick behalten. Dass sie sich unmittelbar nach dem Stich rötet ist normal. Diese Rötung sollte jedoch innerhalb einiger Tage abklingen.

Wann zum Arzt nach einem Zeckenstich?
Es kommt immer wieder vor, dass man die Zecke nicht komplett erwischet und Teile des Tiers in der Haut zurückbleiben. Keine Panik! Meistens sind das nur Reste des Stechapparats, nicht etwa der Kopf der Zecke. Hinsichtlich der Übertragung von Borrelien oder FSME-Viren sind die verbleibenden Zeckenteile ungefährlich. Oft stößt der Körper die Fremdkörper mit der Zeit von alleine ab. Sicherheitshalber können Sie feststeckende Teile auch von einem Arzt entfernen lassen. Beobachten Sie, ob sich die Stelle entzündet. Falls ja, auf jeden Fall zum Arzt gehen – sind Kinder betroffen, dann lieber früher als später. Bei jeder Wunde sollte auch der Tetanusschutz überprüft werden.

Rötet sich die Haut Tage bis Wochen nach dem Stich erneut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es könnte sich um eine Wanderröte (Erythmea migrans) handeln, ein Frühzeichen der Lyme-Borreliose.

Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn ein bis zwei Wochen nach dem Stich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen auftreten. Die Beschwerden könnten Anzeichen einer FSME sein.

So kann man vorbeugen:

  • Halten Sie sich möglichst nicht im hohen Gras oder im Unterholz auf. In der Laubstreu im Wald fühlen sich Zecken besonders wohl, da die Temperaturen auch im Winter moderat sind und die Luftfeuchtigkeit hoch. Abseits der befestigten Wege besteht im Wald daher immer erhöhte Zeckengefahr. Auch die langen Grashalme auf nicht gemähten Wiesen, am Wegesrand oder am Flussufer werden von Zecken gern genutzt, um nach potenziellen Wirten Ausschau zu halten.
  • Auch Kleidung kann als Zeckenschutz dienen: Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen und ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest. Auch Gummistiefel können dazu beitragen, Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren.
  • Kommen Sie den Zecken zuvor: mit heller Kleidung! Zecken lassen sich auf heller Kleidung besser erkennen. Rechtzeitig bemerkt, können Sie die Zecke sogar noch entfernen, bevor sie zusticht.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel gegen Zecken, sogenannte Repellentien. Diese halten Ihnen nicht nur lästige Stechmücken, sondern auch Zecken für eine Weile vom Leib. Stiftung Warentest hat die effektivsten Mittel für Sie getestet.
  • Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Zecken sind winzig klein und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung herum, um eine geeignete Einstichstelle für das Blutsaugen zu finden. Sie bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie sich in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt gründlich nach Zecken absuchen. Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen.

 

Quellen:

https://www.zecken.de/de/zeckenentfernung/was-tun-bei-zeckenstich

http://www.zecken-tipps.de/zecken-tipps/zecken-bei-tieren.html

https://www.apotheken-umschau.de/FSME/Zecken-richtig-entfernen-Stiche-behandeln-220291.html

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