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Staffel „Generation Gold“ beim Triathlon Ingolstadt

Staffel „Generation Gold“ beim Triathlon Ingolstadt

Idee & Philosophie:

„Die Menschen werden immer älter“, sagt Triathlon-Ingolstadt-Organisator Gerhard Budy. Und gerade deshalb sei Sport extrem wichtig, um das Leben lange gesund und aktiv genießen zu können. „Sport stärkt die Muskulatur, beugt unter anderem Diabetes und Osteoporose vor und gesunde Menschen belasten das Gesundheitssystem nicht, weshalb die Krankenkassen den Sport auch finanziell unterstützen“, erklärt Personaltrainer Budy.

Vor allem die Generation 50 plus würde immer aktiver werden und auch die Trendsportart Triathlon für sich entdecken. „So haben wir in diesem Jahr beispielsweise eine Anmeldung von einem 82-Jährigen Triathleten in Ingolstadt“, sagt Budy. Und so wollte der 55-Jährige diesen Trend mit einer Aktion unterstützen, die beim Triathlon Ingolstadt seine Premiere feiert: Generation Gold, ein Staffelwettbewerb, mit Unterstützung von „Dein Ingolstadt“. „Schwimmen, Radfahren und Laufen kann jeder und man kann auch mit wenig Aufwand viel erreichen“, sagt Budy. Dies soll die Generation Gold in diesem Jahr beweisen.

Budy wird die Teilnehmer betreuen, die dann über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 4,6 Kilometer Laufen) am Start stehen werden. Aus vielen Teilnehmern wurden nun Christian Dietl (Schwimmen), Marco Hessler (Radfahren) und Claudia Fabri (Laufen) in Ingolstadt starten. Hessler und Fabri freuen sich schon sehr auf den 10. Juni 2018, wie sie im nachfolgenden Interview verrieten.

Marco Hessler (Radfahren):
Der erste Triathlon im Leben nimmt bei jedem Athleten einen besonderen Stellenwert ein. Das ist bei Marco Hessler nicht anders - allerdings bei ihm aus zweierlei Gründen. Zum einen entdeckte er bei seiner Triathlon-Premiere 2005 in München seine große Leidenschaft für den Sport. Zum anderen lag es aber auch an den – nennen wir es einmal – schwierigen Begebenheiten. „Mein erster Triathlon war so lala“, blickt Hessler deshalb mit gemischten Gefühlen zurück, aber lacht laut auf, als er daran denken muss. „Ich hatte damals null Equipment. Mit einem uralten Rad war ich unterwegs und das Schwimmen hatte ich zuvor nie richtig trainiert.“ Der Start fiel also etwas ernüchternd aus. Das sollte den gebürtigen Oberfranken allerdings nicht bremsen. „Es war mir bei diesem Triathlon sofort klar: Das wird mein Sport“, schwärmt der 1962er-Jahrgang noch heute. „Die Vielfältigkeit ist besonders. Zwar habe ich früher Handball gespielt, also eine Teamsportart betrieben, aber die Selbstorganisation beim Triathlon mag ich.“

Dies liegt auch daran, weil Hessler seit rund 20 Jahren in München selbstständig ist und ein Unternehmen in der IT-Branche leitet. Inzwischen ist Hessler ein routinierter Triathlet. 50 bis 60 Wettkämpfe hat er bereits absolviert. „Von Sprint bis zur Mitteldistanz war alles dabei“, sagt er. Ein Höhepunkt – den er ebenso wenig wie seinen ersten Triathlon niemals vergessen wird – ist der Start bei der Challenge Roth im Team. „Ich war mit meiner Familie am Start. Mein Sohn schwamm, ich fuhr Rad und meine Tochter rannte am Ende den Marathon. Das war toll“, sagt er. Auch in Ingolstadt war Hessler schon einmal dabei. „Vor etwa sieben Jahren bin ich dort über die Mitteldistanz gestartet. Das war super“, erzählt er. Vor allem die Laufstrecke rund um den Baggersee hat es ihm angetan. „Ich mag Rundenrennen, weil man gedanklich die Runden immer gut abhaken kann.“ Deshalb herrscht bei ihm schon große Vorfreude auf das Wiedersehen beim Triathlon Ingolstadt – dann allerdings als Teilnehmer der Generation Gold.

Aber wie kam er überhaupt dazu, sich dort zu bewerben? „Ich habe eine Mail erhalten und mich anschließend auf der Webseite darüber informiert“, sagt er. Danach hätte er sich einfach einmal beworben, weil Teamwettbewerbe besonderen Ansporn bieten würden. Und: „Ich will zeigen, dass man mit über 50 Jahren nicht zum alten Eisen gehört.“ Genug Motivation also für den 10. Juni 2018 in Ingolstadt.


Claudia Fabri (Laufen):
Der Begriff Spätstarterin trifft es wohl am besten. Denn der Reiz an Wettkämpfen teilzunehmen, kam bei Claudia Fabri erst spät auf. Nach einer heftigen Fuß-Operation begann die Mutter eines Sohnes erst 2012 mit dem leistungsorientierten Sport, mit einem Start beim Ingolstädter Halbmarathon. Auch sonst nimmt der Sport neben Familie, Hund und Arbeit einen großen Stellenwert im Leben der 53-Jährigen ein. Sie probiert gerne viel Neues aus, sei es Hot Yoga oder EMS-Training. Aber eine Sportart ist inzwischen ihre große Leidenschaft – und sowas wie eine Konstante: der Triathlon. Wenn Fabri ihre prägendsten Erinnerungen von einem Triathlon erzählen soll, fallen ihr sofort zwei Wettkämpfe ein. Zum einen war das ihr Start über die Olympische Distanz am  Schliersee und dann kommt ihr unweigerlich ihr erster Triathlon in den Kopf. „In Würzburg bin ich damals gestartet. Es hat alles gut geklappt“, sagt sie. „Gut geklappt?!“ Manche dürften dies anders sehen, weil auf der Radstrecke so viel schiefging – wobei das Positive bei Weitem alles überwiegt. „Damals, bei meinem ersten Triathlon, hatte ich noch kein eigenes Rennrad“, erzählt sie, deshalb lieh sie sich kurzerhand eines. „Ein ganz Altes war das“, erinnert sie sich. Und wie es eben bei einem in die Jahre gekommenen Renner manchmal so ist, löst sich mit der Zeit die eine oder andere Schraube. „So fiel plötzlich unterwegs der Sattel ein Stockwerk tiefer“, sagt sie und lacht. Zehn Kilometer musste sie im Stehen fahren, bis sie erlöst wurde und ein Helfer den Sattel wieder in die richtige Stellung brachte.

Am Schliersee, der als einer der härtesten Triathlons in Deutschland gilt, spürte die Waldbrunnerin ihre körperlichen Grenzen. Fast 1000  Höhenmeter beim Radfahren warteten über die Olympische Distanz auf die Teilnehmer, inklusive einem heftigen Anstieg. „Als ich ins Ziel kam, waren die Fotografen schon nach Hause gegangen“, sagt sie. Aber das war kein Problem: Fabri war glücklich, dass sie überhaupt ins Ziel kam und dort noch eine große Portion Kaiserschmarrn auf sie wartete. Auf diesen darf sie sich auch in diesem Jahr beim Triathlon Ingolstadt freuen – bei dem die Lehrerin an einer privaten Wirtschaftsschule bislang schon zweimal am Start stand. Was sie am Triathlon Ingolstadt mag? „Die für den Verkehr gesperrte Radstrecke lässt sich zackig fahren und auch die Laufstrecke ist toll. Vor allem die Atmosphäre an Baggersee und Straßenrand ist toll“, erzählt sie, warum sie sich bereits jetzt auf Ingolstadt freut. Und warum ist sie bei der Generation Gold dabei? Die Lust und der Spaß am Sport auf der einen Seite und dazu der „Riesen-Anreiz im Kampf gegen den körperlichen Verfall“, wie es Fabri mit einem Augenzwinkern nennt.

 

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