14. Oktober 2021 / Gesundheit

„Familiencoach Krebs“ unterstützt Angehörige

Multimodales Online-Programm

Jedes Jahr erkranken laut Robert-Koch-Institut bundesweit mehr als 500.000 Menschen an Krebs. Die AOK Bayern unterstützt jetzt mit einem neuen Online-Coach Angehörige von Menschen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert sind. Der „Familiencoach Krebs“ informiert über die Entstehung, Diagnose und Behandlung verschiedener Krebserkrankungen und soll zudem Familienmitgliedern und Freunden der Betroffenen helfen, sich selbst vor emotionaler und körperlicher Überlastung zu schützen.

Depressionen und Angst auch bei Angehörigen

„Eine Krebserkrankung belastet auch die Angehörigen“, sagt Rainer Stegmayr, Marketingleiter beider AOK in Ingolstadt. Studien weisen darauf hin, dass bis zu 40 Prozent der Angehörigen Symptome von Depressionen und Angst entwickeln. Das Online-Selbsthilfeprogramm bietet hier niederschwellige und wissenschaftlich basierte Informationen, die Interessierte jederzeit flexibel nutzen können. „Darüber hinaus beantwortet das Online-Angebot sozialrechtliche Fragen, die im Zusammenhang mit der Erkrankung entstehen können“, so Stegmayr. Das Programm ist in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Leipzig und dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums entstanden. Begleitet wurde die Entwicklung zudem durch einen wissenschaftlichen Beirat mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Onkologie, der Psychoonkologie und der Selbsthilfe. 

Unterstützungsangebote auf Angehörige zugeschnitten

Um auf die Bedürfnisse der Betroffenen optimal eingehen zu können, ist auch die Perspektive der Angehörigen von Anfang an mit eingeflossen. 

Das Unterstützungsprogramm umfasst ein breites Themenspektrum und ist modular aufgebaut. Im Bereich „Gut für sich sorgen“ geht es beispielsweise um Strategien zur Bewältigung der eigenen psychischen Belastungen, im Bereich „Beziehungen stärken“ um schwierige Gespräche mit Angehörigen, das Sprechen mit Kindern über die Erkrankung oder um den Einfluss von Krebserkrankungen auf die Sexualität. Der Themenbereich „Sich hilfreich fühlen“ zeigt Möglichkeiten zur Unterstützung der erkrankten Angehörigen auf –

zum Beispiel den richtigen Umgang mit Angst, Wut und Frustration infolge der Erkrankung. Auch die palliative Therapie, also die Behandlung im Falle einer voraussichtlich nicht mehr heilbaren Erkrankung, wird im Programm thematisiert.

Informationen über die häufigsten Krebsarten

In den Themenbereichen „Wissen über Krebs“, „Behandlungen“ und „Krebsarten“ steht die Information über die Erkrankung und die modernen Therapiemöglichkeiten im Vordergrund. Nutzerinnen und Nutzer erfahren, welche neuen Behandlungsmethoden in den vergangenen Jahren entwickelt wurden und was sie selbst tun können, um Erkrankte beim Gesundwerden zu unterstützen. „Sie können auch nachlesen, was eine Krebserkrankung in der Familie für das eigene Risiko oder für das der Kinder bedeutet“, sagt Stegmayr und betont: „Nichts ist schlimmer als die Angst vor dem Unbekannten – wer mehr über Krebs weiß, fühlt sich sicherer und kann Erkrankte besser bei Entscheidungen unterstützen.“ 

Das neue Online-Programm können Interessierte unter www.aok.de/familiencoach-krebs anonym und kostenfrei nutzen. Es ergänzt das Angebot der kostenlosen Online-Coaches der AOK, das stetig weiter ausgebaut wird. Es umfasst bereits den „ADHS-Elterntrainer“, den „Familiencoach Pflege“, den „Online-Coach Diabetes“ sowie den „Familiencoach Depression“.

Innovative Behandlung von Gehirntumoren

Die AOK Bayern setzt auf Innovation: Die größte Krankenkasse im Freistaat übernimmt jetzt die Behandlungskosten bei dem hochpräzisen strahlenchirurgischen Verfahren ZAP-X. Diese nicht invasive Behandlungsmethode wird bei verschiedenen Gehirntumoren angewandt und kann in vielen Fällen eine Gehirnoperation ersetzen. „Wir haben als bisher einzige gesetzliche Krankenkasse einen Selektivvertrag abgeschlossen, mit dem wir unseren Versicherten dieses innovative Verfahren anbieten können“, so Ulrich Resch, Direktor bei der AOK in Ingolstadt. 

ZAP-X stellt zusammen mit Cyberknife die derzeit modernste strahlenchirurgische Behandlungsmethode dar. Unter ständiger Bildkontrolle trifft eine Vielzahl robotergesteuerter Strahlen aus verschiedenen Richtungen hochpräzise im Bereich des Tumors zusammen. Die einzelnen Strahlen sind dabei für die umliegende Gehirnsubstanz relativ schonend. Erst durch ihr Zusammentreffen im Bereich des Tumors entfaltet die Bestrahlung ihre Wirkung und die Tumorzellen sterben nach einiger Zeit ab. In vielen Fällen bleibt den Patienten damit eine Gehirnoperation erspart. Die Behandlung mit ZAP-X verläuft ohne Narkose, ist schmerzfrei und erfolgt ambulant. Ein Antrag auf Behandlung ist nicht nötig, der Versicherte muss lediglich eine Teilnahmeerklärung unterzeichnen.

Die Therapie erfolgt im Europäischen Cyberknife Zentrum in München, das 2005 als Deutschlands erstes Cyberknife Zentrum in Kooperation mit dem Klinikum der Universität München (LMU) und der AOK Bayern eröffnet wurde. Seitdem konnten rund 2.300 Versicherte der AOK Bayern von einer Therapie mit Cyberknife profitieren.

 

 

Urhebervermerk: © AOK-Mediendienst

Bildunterschrift: Der „Familiencoach Krebs“ bietet Hilfe zur Selbsthilfe – kostenlos und für alle Interessierten.

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