13. Mai 2024 / Aus aller Welt

15-Jähriger gesteht tödlichen Kopfschuss auf 14-Jährigen

Kurz vor dem Ende der Sommerferien stirbt ein Jugendlicher auf einem Schulgelände in Franken. Der mutmaßliche Mörder, ein heute 15-Jähriger, äußert sich nun erstmals zur Tat.

Kerzen und Blumen erinnern im September 2023 vor dem Schulzentrum in Lohr am Main an den Vorfall.

Erstmals seit seiner Festnahme hat ein in Würzburg wegen Mordes angeklagter Jugendlicher gestanden, einen 14-jährigen Mitschüler mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Der 15-Jährige ließ vor dem Landgericht Würzburg eine entsprechende Erklärung durch seine Verteidiger verlesen, wie Gerichtssprecherin Martina Pfister-Luz aus der nicht öffentlichen Verhandlung berichtete. Der Schuss sei allerdings nicht geplant gewesen, sondern aus der Situation heraus entstanden. Zum Motiv gab es zunächst keine Informationen.

Der 15-jährige Deutsche steht seit dem 3. Mai vor der Großen Jugendkammer. Laut Anklage tötete er im vergangenen September auf dem Gelände einer Schule im fränkischen Lohr am Main den 14-jährigen Italiener mit einem einzigen Schuss aus einer Pistole. Die beiden Jungen gingen in dieselbe Mittelschule in der Kleinstadt im Spessart.

Über seine Verteidiger ließ der Angeklagte laut Sprecherin weiter erklären, dass ihm alles sehr leidtue und dass er wünschte, er könnte alles rückgängig machen. Fragen zur Sache habe der Jugendliche nicht beantwortet.

Als Zeugen sagten den Angaben nach der Vater und die damalige Freundin des Getöteten aus, sie hätten sich insbesondere zu dessen Persönlichkeit und zu den Folgen der Tat für Zeugen und Angehörige geäußert. Zudem machten fünf Polizistinnen und Polizisten Angaben zur Auffindesituation des Getöteten, zu ersten Maßnahmen sowie zu ihren persönlichen Eindrücken vom Angeklagten nach dessen vorläufiger Festnahme.

Angeklagter soll aus Mordlust gehandelt haben

Seit seiner Festnahme am Tattag hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen der Ermittler geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er den Serienmörder Jeffrey Dahmer verehrt - dieser hatte eine der grausigsten Mordserien der USA verübt, und über ihn gibt es eine Netflix-Serie. Der Angeklagte soll die Tat nur begangen haben, um jemanden zu töten - also aus Mordlust.

Da der Angeklagte jugendlich ist, schreibt das Gesetz eine Verhandlung hinter verschlossenen Türen vor. In Jugendverfahren steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Bei Mord beträgt das Höchstmaß der Jugendstrafe zehn Jahre. Sicherungsverwahrung ist unter engen Voraussetzungen möglich.

Die Tatwaffe, eine Neun-Millimeter-Pistole des Typs Ceska CZ 75, gehörte einem 66-Jährigen, der im selben Haus wie der Angeklagte lebte. Wie der Jugendliche an die Waffe kam, ist öffentlich bisher nicht bekannt.

Das Verfahren soll laut Gerichtssprecherin am 17. Mai fortgesetzt werden. Es ist demnach die Zeugenaussage eines Polizeibeamten vorgesehen.


Bildnachweis: © Pia Bayer/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Leuchtender Himmel - Polarlichter über Deutschland zu sehen
Aus aller Welt

Ein Sonnensturm sorgt für Polarlichter über Deutschland. Er ist so stark, dass das Lichtspektakel vom Norden bis zu den Alpen zu sehen ist.

weiterlesen...
Schulausfall im Norden - Warnung vor extremer Lage
Aus aller Welt

Starker Schneefall bringt das öffentliche Leben in Teilen Deutschlands durcheinander. Die Situation dürfte sich laut Wettervorhersage am Freitag verschärfen.

weiterlesen...
Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee
Aus aller Welt

Viel Neuschnee, Schneeverwehungen und Glatteis: Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Spannend - und turbulent - wird es ab der Nacht zum Freitag.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bahn-Katastrophe in Spanien: Deutsches Opfer unter 45 Toten
Aus aller Welt

Beim Zugunglück in Spanien stirbt auch eine Deutsche. Vier Tage nach der Katastrophe steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Es gibt keine Vermissten mehr.

weiterlesen...
Von deutscher Justiz gesuchter Mann in Portugal festgenommen
Aus aller Welt

Der Fall führt zurück ins Frühjahr 2023 nach Bayern: Portugiesische Ermittler fassen einen Mann, dem in Deutschland eine lange Haftstrafe droht.

weiterlesen...
Ein Toter bei Brand in Hamburger Pflegeheim
Aus aller Welt

Rund 100 Feuerwehrleute sind im Einsatz und bringen Bewohner aus dem Gefahrenbereich. Für einen Mann kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...