Wir haben Christopher Hofmann zum Gespräch getroffen – und schnell wird deutlich, dass Verantwortung für ihn kein abstrakter Begriff ist, sondern gelebter Alltag. Der 42-jährige Oberstleutnant der Bundeswehr begegnet seinem Gegenüber ruhig, klar und bodenständig. Kameradschaft, Verlässlichkeit und ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein prägen nicht nur seinen beruflichen Weg, sondern auch seinen Blick auf Familie, Stadt und Gesellschaft. Im Portrait spricht Hofmann über seine Heimat Ingolstadt, seinen Anspruch an politisches Handeln und darüber, warum er überzeugt ist, dass gerade herausfordernde Zeiten neue Stärke entstehen lassen können.
Wer sind Sie – kurz und knapp?
Mein Name ist Christopher Hofmann, ich bin 42 Jahre jung, verheiratet und Vater von zwei tollen Kindern – einem Jungen (9 Jahre) und einem Mädchen (6 Jahre)
Was machen Sie beruflich und was gefällt Ihnen daran besonders?
Ich bin Offizier (Oberstleutnant) bei der Bundeswehr. Besonders gefällt mir hier das enge Miteinander, die Kameradschaft und dass man sich immer aufeinander verlassen kann bzw. auch muss. Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt wurde mir erstmals die Verantwortung für Menschen und Material übertragen – ich denke, das gibt es in dieser Form in keinem anderen Beruf. Verantwortung zu übernehmen, die Stärken und Schwächen des Teams kennen und einschätzen können, Entscheidungen auch in heiklen Situationen mit kühlem Kopf zu treffen und vieles mehr machen diesen Beruf so einzigartig.
Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht arbeiten?
Am liebsten verbringe ich die Zeit dann mit meiner Familie, wobei das, wenn man ehrlich ist, viel zu oft zu kurz kommt. Neben meinem Beruf bin ich auch politisch noch sehr aktiv, was die zeitliche Verfügbarkeit deutlich einschränkt – aber damit man mich jetzt nicht falsch versteht, das ist kein Jammern, da ich auch das sehr gerne mache.
Welche Rolle spielt Familie in Ihrem Leben?
Familie spielt für mich eine sehr große Rolle. Sie ist mein Rückhalt und mein Heimathafen – hier kann ich immer sein, wie ich bin – und wenn ich sonntags mal eine Jogginghose trage, schaut auch keiner komisch! Meine Familie steht bedingungslos hinter mir und unterstützt mich bei allem was ich tue – ganz ehrlich: Eine bessere Familie könnte ich mir nicht wünschen!

Was verbinden Sie persönlich mit Ingolstadt?
Ingolstadt ist für mich Heimat. Hier bin ich aufgewachsen und habe ziemlich alles zum ersten Mal erlebt. Hier leben meine Familie und meine Freunde. Ich habe bereits viel von Deutschland und der Welt gesehen und es wäre gelogen, zu sagen, dass es woanders nicht auch schön wäre, aber Ingolstadt ist mein Zuhause und das ist ein Gefühl, das ich nirgendwo anders so empfunden habe und auch nicht empfinden werde.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Stadt?
Ich kann das nicht auf einen Platz bzw. Ort reduzieren. Unsere Stadt hat so viel schöne Orte und je nach Jahreszeit und Stimmung gibt es unterschiedliche Orte an denen ich gerne bin. Mal sind es die Donauauen, mal ist es die Innenstadt, oder auch mal der Baggersee.
Wenn Sie in Ingolstadt eine Sache ändern könnten – welche wäre das?
Die aktuelle finanzielle Situation. Ich denke, dass die notwendigen Einsparmaßnahmen oft zu einer negativen Stimmung bei den unterschiedlichen Gruppierungen führen. Wir müssen bei den Ausgaben klar priorisieren und da sind wir – befürchte ich – auch noch nicht am Ende angelangt. Das betrifft alle Bereiche, von Verwaltung, über Sport, Kultur usw. – es ist jedoch der einzige Weg, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen können. Hier macht es jetzt auch keinen Sinn immer nur in die Vergangenheit zu schauen, sondern wir müssen unseren Blick und unsere Kraft in die Zukunft investieren, um unsere Stadt wieder aus der Finanzmisere herauszuführen. Ich stehe für eine bürgerlich-konservative Politik ohne Ideologie und ich denke, dass ist genau der Weg, den man jetzt beschreiten muss.
Es ist aber auch so, dass in jeder Krise auch eine Chance liegt. Klingt jetzt zunächst wie eine Phrase, aber ich sehe das tatsächlich so. Das Miteinander und gegenseitige Einstehen und Unterstützen ist in einer solchen Phase ganz anders. Vereine helfen sich gegenseitig, das bürgerschaftliche Engagement wird gesteigert und führt zu neuen, konstruktiven Ideen, wie man Sachen auch ohne Beteiligung der Stadt umsetzen kann. Ich denke auch hieraus kann Stärke entstehen. Es war schön, als noch soviel Geld da war, dass man so gut wie alles finanziert bekommen hat. Da das aber jetzt nicht mehr der Fall ist, bedarf es teilweise neuer, kreativer und auch eigeninitiativer Ideen.
Was macht Ingolstadt für Sie lebenswert?
Ingolstadt ist eine Stadt mit Tradition und trotz des Status „Großstadt“ gefühlt immer noch familiär. Die Ingolstädterinnen und Ingolstädter leben ihre Traditionen – das ist wichtig für die Identität und man merkt, dass sie diese Stadt lieben. Genau das ist es, was die Gemeinschaft hier ausmacht. Wir dürfen stolz darauf sein, Schanzer zu sein und müssen das auch nach außen tragen. Bei allen Problemen, die es gibt, darf man auch nicht vergessen, was wir immer noch an dieser Stadt haben. Ich bin berufsbedingt viel in Deutschland unterwegs gewesen und wenn man ehrlich ist, würden sich viele Städte freuen, das zu haben, was wir haben.
Gibt es ein Motto, nach dem Sie leben?
Ja. Mein Motto ist: „Machen ist wie wollen, nur krasser!“ Mag im ersten Moment etwas plump klingen, aber ich denke es beinhaltet schon sehr viel von dem, was ich bereits ausgeführt habe. Ich bin kein Freund davon, den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich gibt es Probleme, aber es gibt auch immer eine Lösung. Diese zu finden und dann umzusetzen, auch mal neue, unkonventionelle Wege zu gehen und sich nicht aufhalten zu lassen, all das sagt dieses Motto für mich aus. Das lässt sich sowohl im beruflichen Umfeld, als auch im politischen oder familiären Umfeld anwenden. Nicht immer nur zaudern bzw. verhindern, sondern Lösungen finden und dann auch mal machen.











