Die SPD-Stadtratsfraktion warnt vor einem drohenden Leerstand des Stadttheater-Gebäudes in zentraler Innenstadtlage und bringt einen Antrag zur Zwischennutzung ein. Hintergrund ist die seit Jahren verschleppte Sanierung des Gebäudes, während andere kostenintensive Bauprojekte priorisiert wurden.
„Jahrelang wurde die Sanierung des Stadttheaters nicht entschlossen genug angegangen“, kritisiert Stadträtin Veronika Peters. Stattdessen seien Projekte wie die Sanierung mit Neubau des Kavalier Dalwigk oder der Bau des Congress-Hotels mit Tiefgarage umgesetzt worden. Allein letzteres verursache Baukosten von rund 112 Millionen Euro sowie einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von etwa 950.000 Euro. „Nun kämpft Ingolstadt mit einer Finanzkrise“, so Peters weiter.
Im Zuge der finanziellen Situation mussten ursprünglich geplante Sanierungsmaßnahmen am Stadttheater zurückgestellt werden. Zudem seien wichtige Räume für die Stadtgesellschaft – etwa ein Ersatz für den Festsaal – bislang nicht realisiert worden.
Da nach aktuellem Stand ein Leerstand des Stadttheater-Gebäudes drohe, fordert die SPD-Fraktion, alternative Zwischennutzungsmodelle zu prüfen. „Wir beantragen, verschiedene Zwischennutzungsvarianten für das Stadttheater-Gebäude zu untersuchen“, erklärt Stadtrat Quirin Witty. Auch der reine Unterhalt eines leerstehenden Gebäudes verursache erhebliche Kosten, weshalb dringend geklärt werden müsse, welche möglichst kostengünstigen Nutzungen zugelassen werden könnten.
Bislang seien vor allem die Fortführung bestehender Nutzungen diskutiert worden, die teils mit hohen Besucherzahlen verbunden seien. Ziel müsse es jedoch sein, Leerstand in bester Innenstadtlage zu verhindern, ohne die Bausubstanz zu gefährden. Gleichzeitig solle Initiativen Raum gegeben werden, der in Ingolstadt aktuell vielfach fehle und das Stadtleben positiv bereichern könne. Andernfalls bestehe die Gefahr unkontrollierter oder illegaler Nutzungen, deren Verhinderung wiederum mit hohen Kosten verbunden sei.
Als mögliche Zwischennutzungen nennen Peters und Witty unter anderem Ateliers, Probenräume sowie Entwicklungs- und Begegnungsräume für Vereine und Jugendliche – beispielsweise in Kooperation mit dem Stadtjugendring. Damit könnte aus Sicht der SPD eine Blaupause für künftige Zwischennutzungen entstehen, die zur Belebung der Stadt beitragen. Zwar werde über solche Konzepte bereits vereinzelt gesprochen, konkrete Planungen oder Beschlüsse lägen bislang jedoch nicht vor.










