5. Februar 2026 / Regionale Politik

Hohe Kosten für Theaterdrucksachen: Antrag fordert Digitalisierung und Umschichtung von 400.000 Euro

Pressemitteilung

Im Ingolstädter Stadtrat liegt ein Antrag zur künftigen Finanzierung der Druckpublikationen des Stadttheaters vor. Darin wird gefordert, gedruckte Werbe- und Informationsmaterialien des Stadttheaters Ingolstadt mit sofortiger Wirkung einzustellen oder auf ein rechtlich notwendiges Minimum zu reduzieren und stattdessen konsequent auf digitale Angebote zu setzen.

Konkret sieht der Antrag drei Punkte vor:
Zum einen soll die Stadtverwaltung die Finanzierung für gedruckte Publikationen des Stadttheaters unverzüglich beenden beziehungsweise stark einschränken. Ausgenommen wären lediglich zwingend erforderliche Aushänge. Zum anderen soll das Stadttheater angewiesen werden, Informations- und Marketingmaßnahmen künftig vorrangig über digitale Kanäle umzusetzen. Die dadurch eingesparten Mittel in Höhe von rund 400.000 Euro jährlich sollen zweckgebunden für dringende Infrastrukturmaßnahmen verwendet werden, insbesondere für die Sanierung von Schulen.

Hintergrund des Antrags ist eine Anfrage der AfD-Stadtratsfraktion, aus der hervorgeht, dass die Stadt Ingolstadt derzeit jährlich etwa 400.000 Euro für Drucksachen des Stadttheaters ausgibt. Nach Ansicht der Antragsteller sei diese Summe angesichts fortschreitender Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß und unverhältnismäßig hoch.

In der Begründung wird zudem auf die angespannte Haushaltslage der Stadt verwiesen. Während in anderen Bereichen Einsparungen diskutiert würden, die das öffentliche Leben und kulturelle Traditionen unmittelbar betreffen – etwa mögliche Einschränkungen beim Wildpark oder der Weihnachtsbeleuchtung –, würden im Kulturbereich weiterhin hohe Ausgaben für gedruckte Werbemittel getätigt.

Aus Sicht der Antragsteller sei dies der Bevölkerung schwer zu vermitteln. Einsparungen dürften nicht vorrangig zu Lasten der Allgemeinheit gehen, sondern müssten verantwortungsvoll und mit Blick auf das Gesamtwohl der Stadt erfolgen. Der Verzicht auf kostenintensive Hochglanz-Publikationen des Stadttheaters stelle nach Auffassung der Antragsteller keine Gefährdung des Kulturbetriebs dar, da digitale Informationswege heute zielgruppengerechter und kosteneffizienter seien.

Die freiwerdenden Mittel könnten nach Ansicht der Initiatoren einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung dringend sanierungsbedürftiger Schulen leisten und damit langfristig die Zukunftsfähigkeit Ingolstadts sichern.

Der Antrag wurde am 2. Februar 2026 an Oberbürgermeister Dr. Michael Kern gerichtet. Eine Entscheidung des Stadtrats steht noch aus.

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