30. Juni 2026 / Regionale Politik

CSU fordert Grundsatzdebatte zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Ingolstadt

Nach den aktuellen Audi-Entwicklungen fordert die CSU eine Grundsatzdebatte über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Ingolstadt.

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Die CSU-Stadtratsfraktion fordert angesichts der jüngsten Entwicklungen bei Audi und im Volkswagen-Konzern eine umfassende Grundsatzdebatte über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Ingolstadt. Nach Ansicht der Fraktion steht die Stadt vor einem wirtschaftlichen Wendepunkt, der eine neue strategische Ausrichtung notwendig macht.

Fraktionsvorsitzender Christopher Hofmann betont, dass die bundesweite Diskussion über die Zukunft der Automobilindustrie auch auf kommunaler Ebene geführt werden müsse. Neben wirtschaftspolitischen Fragen gehe es dabei auch um die künftige Haushalts- und Sozialpolitik der Stadt.

Auch Oberbürgermeister Dr. Michael Kern hatte die aktuellen Entwicklungen zuletzt als besorgniserregend bezeichnet. Gleichzeitig unterstrich er die enge Verbindung zwischen Audi und Ingolstadt und verwies darauf, dass die Stadt ihre Stärken im Bereich Hightech und Handwerk weiter ausbauen wolle, um den Branchenmix zu verbreitern.

Die CSU sieht Ingolstadt aufgrund der starken Abhängigkeit von Audi und den zahlreichen Zulieferbetrieben vor besonderen Herausforderungen. Sowohl Arbeitsplätze als auch Gewerbesteuereinnahmen seien eng mit der Entwicklung des Unternehmens verknüpft. Deshalb müsse die wirtschaftliche Basis künftig breiter aufgestellt und neue Zukunftsbranchen gezielt angesiedelt werden.

Alt-Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel erklärt, dass der Sparkurs der vergangenen Jahre zwar notwendig gewesen sei, nun aber zusätzlich die Frage im Raum stehe, wie Ingolstadt seine wirtschaftliche Zukunft aktiv gestalten könne. Steigende Belastungen für Bürgerinnen und Bürger sowie begrenzte Investitionsmöglichkeiten zeigten, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine grundlegende Diskussion gekommen sei.

Die CSU schlägt deshalb eine Sondersitzung des Stadtrats vor. Im Mittelpunkt sollen drei zentrale Themen stehen:

Haushalt wieder handlungsfähig machen: Soll der Sparkurs beschleunigt werden, um den Haushalt schneller zu stabilisieren und weitere Steuererhöhungen möglichst zu vermeiden?
Mehr in Wachstum investieren: Sollte stärker in Wirtschaftsförderung, Wissenschaft, Gründungen und Unternehmensansiedlungen investiert werden, um neue Wachstumsimpulse zu schaffen und Arbeitsplätze zu sichern?
Neue Zukunftsbranchen nach Ingolstadt holen: Welche Technologien und Wirtschaftszweige können künftig gezielt angesiedelt werden, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu verringern?
Nach Vorstellung der CSU sollen an der Debatte neben dem Stadtrat auch Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit, der Gewerkschaften sowie Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft beteiligt werden.

Zur Vorbereitung fordert die Fraktion aktuelle Berichte zur Entwicklung des Arbeitsmarktes, zur Wirtschaftsstruktur, zur Haushaltslage sowie zu den bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen.

Abschließend betont Christopher Hofmann, dass die vergangenen Jahre vor allem von der Haushaltskonsolidierung geprägt gewesen seien. Nun müsse der Fokus darauf liegen, den wirtschaftlichen Strukturwandel aktiv zu gestalten und gemeinsam die Weichen für die Zukunft Ingolstadts zu stellen. Die CSU lädt deshalb ausdrücklich alle Fraktionen ein, sich an der Debatte zu beteiligen.

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