4. August 2025 / Aus aller Welt

Zoo wirbt um Haustierspenden als Futter für Raubtiere

Die Dänen sind in vielerlei Hinsicht Pragmatiker. Das beweist ein dänischer Zoo auch bei seiner Raubtierfütterung.

Der Zoo in Aalborg weist darauf hin, dass Raubtiere wie Luchse auf ganze Beutetiere angewiesen sind - gerne auch Haustiere. (Archivbild)

Ein Zoo in Dänemark wirbt um die Spende von Haustieren, die dann an seine Raubtiere verfüttert werden können. «Willst du dein Pferd als Futter spenden?», fragt der Zoo von Aalborg auf seiner Website. Mit großer Dankbarkeit nehme man lebende Pferde entgegen, die im Anschluss geschlachtet würden. Der Bedarf variiere im Laufe des Jahres.

Bereits vor einigen Tagen hatte der Zoo in den sozialen Netzwerken dafür geworben, kleinere Haustiere zu spenden. «Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrung unserer Raubtiere», schrieb die Einrichtung unter anderem auf Instagram. Besonders Luchse benötigten ganze Beutetiere, die sie an die Tiere erinnerten, die sie in freier Wildbahn jagen würden. In Zoos trage man mit Blick auf Tierschutz und fachlicher Integrität eine Verantwortung dafür, die natürliche Nahrungskette der Tiere abzubilden. 

Wer ein gesundes Haustier abzugeben habe, könne es daher gerne spenden, hieß es in dem Beitrag. «Auf diese Weise wird nichts verschwendet - und wir gewährleisten natürliches Verhalten, Ernährung und Wohlbefinden unserer Raubtiere», so der Zoo.

Paviane in Nürnberg verfüttert

In Deutschland hatten Tierschutzaktivisten zuletzt scharfe Kritik daran geübt, dass der Tiergarten Nürnberg aus Platzgründen zwölf Paviane tötete. Sechs davon wurden inzwischen laut Angaben des Tiergartens an Löwen, Tiger, Mähnenwölfe und Buntmarder verfüttert. Der stellvertretende Leiter des Tiergartens, Jörg Beckmann, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass den Tieren der Kopf abgesetzt worden sei, um die Schädel und Gehirne für wissenschaftliche Zwecke nutzen zu können. Die Hände und Füße der Paviane habe man aus Respekt gegenüber den Besucherinnen und Besuchern abgesetzt.

Als Gründe der Verfütterung führte Beckmann unter anderem an, dass Tierkörper mit Fell und Knochen für die Zahngesundheit von Beutegreifern besser seien als alle anderen Futtermittel. «Dadurch muss unseren Tieren, im Gegensatz zu vielen Haustieren, nicht unter Vollnarkose Zahnstein entfernt werden.»


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

REWE Center Familie Schmidt: Kinder gestalten neuen Lieferwagen für die Tafel Manching
Aktuelles aus der Region 10

Ein Projekt aus der Mitte der Region – initiiert vom REWE Center Familie Schmidt.

weiterlesen...
Kann sich das Virus vom Kreuzfahrtschiff weiter ausbreiten?
Aus aller Welt

Passagiere des Kreuzfahrtschiffs «Hondius» kehren nach Deutschland und andere Länder zurück. Ist eine Verbreitung des auf dem Schiff aufgetretenen Hantavirus-Typs zu befürchten? Experten entwarnen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Toter Wal bei Dänemark: Ist es der Ostsee-Buckelwal?
Aus aller Welt

Vor der Küste der dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. Es steht die entscheidende Frage im Raum: Ist es das zuvor in der Ostsee gestrandete Tier?

weiterlesen...
Ab Sonntag wird es sonniger - Temperaturen steigen leicht
Aus aller Welt

Es bleibt wechselhaft, doch es gibt auch Lichtblicke. Was der Deutsche Wetterdienst für Wochenendausflüge empfiehlt.

weiterlesen...
Giftige Kobra hält südfranzösische Kleinstadt in Atem
Aus aller Welt

Eine giftige Kobra sorgt in Castelginest für Aufregung. Feuerwehr und Polizei suchen das Reptil, Schulen und Parks bleiben geschlossen. Die Stadt mahnt zur Vorsicht.

weiterlesen...