Pruntrut (Schweiz), Juli 2025 – In der schweizerischen Grenzgemeinde Pruntrut (Porrentruy, Kanton Jura) sorgt ein drastischer Schritt für Diskussionen: Seit dem 4. Juli ist das örtliche Freibad für ausländische Tagesgäste gesperrt. Der Zugang ist bis zum 31. August ausschließlich Schweizer Staatsbürgern, Personen mit Wohnsitz in der Schweiz oder Inhabern einer gültigen Schweizer Arbeitsbewilligung gestattet. Touristen, die in der Region übernachten und eine Gästekarte vorweisen können, sind davon ausgenommen.
Hintergrund der Maßnahme: Übergriffe und Unruhe
Laut Gemeindeverwaltung geht die Entscheidung auf eine Reihe von Vorfällen seit Beginn der Badesaison zurück. Immer wieder kam es zu aggressivem Verhalten, Belästigungen junger Frauen und Regelverstößen wie Baden in Unterwäsche. Die Täter seien überwiegend junge Männer aus dem angrenzenden Frankreich gewesen. Trotz verstärkter Sicherheitsvorkehrungen konnte die Situation laut Gemeinde nicht dauerhaft beruhigt werden.
„Wir mussten handeln, um unseren Badegästen wieder ein sicheres und angenehmes Umfeld zu bieten“, so ein Sprecher der Gemeinde.
Erste Auswirkungen bereits spürbar
Seit Inkrafttreten der Regelung sei die Lage im Freibad deutlich entspannter. Die Zahl der verkauften Saisonabos sei sogar gestiegen, heißt es von Seiten der Verwaltung. Viele Einheimische zeigten sich erleichtert über die Maßnahme, weil sie sich im Bad nun wieder wohler fühlten.
Kritik an pauschalem Ausschluss
Trotz der positiven Rückmeldungen gibt es auch deutliche Kritik. Der Ausschluss aller ausländischen Tagesgäste sei pauschalisierend und diskriminierend, so die Argumentation. Dass das Verhalten einer kleinen Gruppe zu einer generellen Zutrittsbeschränkung für Nicht-Schweizer führe, sei ungerecht und nicht verhältnismäßig, äußerten sich verschiedene Stimmen in den sozialen Medien und aus dem Nachbarland Frankreich.
Andere Freibäder ziehen (noch) nicht nach
In anderen Regionen der Schweiz, wie etwa in Basel, Bern oder Luzern, wird aktuell keine ähnliche Regelung diskutiert. Dort setzt man weiterhin auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, gezielte Kontrollen und individuelle Hausverbote bei Fehlverhalten – unabhängig von Nationalität oder Herkunft.
Fazit: Zwischen Sicherheit und Diskriminierung
Die Gemeinde Pruntrut verteidigt ihre Entscheidung als temporäre Schutzmaßnahme und betont, dass sie auf Beobachtungen und konkrete Vorfälle basiert. Gleichwohl bleibt die Maßnahme ein sensibles Thema – insbesondere in einer Grenzregion, die stark vom Austausch mit dem benachbarten Ausland lebt. Ob das Badeverbot für ausländische Tagesgäste über den Sommer hinaus Bestand haben wird, ist derzeit noch offen.










