Die strengen Einlassregeln einer Therme im brandenburgischen Werder sorgen bundesweit für Schlagzeilen: Nachdem es Probleme mit alkoholisierten und pöbelnden Männergruppen gegeben habe, hat die Havel-Therme vor mehr als einem Jahr die Einlassregeln verschärft. Man achte seither auf ein «ausgewogenes Verhältnis der biologischen Geschlechter», sagte Geschäftsführer Andreas Schauer der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten die «Bild» und andere Medien berichtet. «Wir haben Probleme mit gewaltbereiten Männergruppen, die teils alkoholisiert kommen», erklärte Schauer. Diese hätten Mitarbeiter und Gäste angepöbelt, es sei zu körperlichen Übergriffen gekommen. «Das wird nicht geduldet.» Daher habe man mit den «relevanten Behörden» ein Sicherheitskonzept abgestimmt. Ein «biologisches Geschlecht» dürfe seither das andere um maximal 20 Prozent überwiegen. Anderenfalls erfolge ein «temporärer Einlassstopp für das überwiegende biologische Geschlecht», sagte Schauer. Vielfalt und Herkunft spielten dabei «ausdrücklich» keine Rolle, betonte er. «Seit wir das machen, funktioniert es sehr gut.» Ein «eklatantes Missverhältnis – etwa ein starker Überhang eines Geschlechtes – sowie die Anwesenheit von Gruppen - können das Sicherheitsempfinden und somit die Aufenthaltsqualität des in der Minderheit vertretenen Geschlechtes beeinträchtigen», erklärte Schauer das Vorgehen. Gruppen ab drei Personen, die die Havel-Therme besuchen möchten, seien grundsätzlich willkommen, sofern die Haus- und Baderegeln eingehalten werden. Zudem müssten sie sich bis zwei Tage vor dem geplanten Besuch via E-Mail mit ihren Personalien angemeldet haben. Sofern noch nicht zu viele Gruppenanmeldungen vorlägen, erfolge eine schriftliche Bestätigung. Familien mit Kindern seien von diesen Regeln ausgenommen. Allerdings habe es auch eine Klage und Gerichtsverfahren gegeben, weil sich homosexuelle Männer, die nicht angemeldet waren, wegen der Abweisung diskriminiert gefühlt hatten, so der Geschäftsführer. «Es ist nicht unser Traum, dass wir vorne Security stehen haben, und es ist traurig, dass man solche Maßnahmen ergreifen muss.» Aber die Therme erfahre viel Zuspruch für die geänderten Einlassregeln. Security in Bädern ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) «bei Weitem nicht Alltag in den deutschen Bädern». Es sei aber «punktuell eine sinnvolle Ergänzung des Sicherheitskonzepts, vor allem an besucherstarken Tagen und in bestimmten Regionen.» Allerdings sei «die genannte Problematik kein bäderspezifisches Phänomen», sondern spiegele die «gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen wider, die eben auch in Bädern sichtbar werden». Die konkreten Maßnahmen der Havel-Therme wolle man nicht bewerten. Die DGfdB befürworte aber, dass «der Betreiber Verantwortung gezeigt hat und Sicherheit vor Gewinnmaximierung stellt, um auf die Bedürfnisse der Gäste einzugehen».Ein Geschlecht darf das andere um maximal 20 Prozent überwiegen
Es gab auch Gerichtsverfahren
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