5. August 2026 / Aus aller Welt

Memmingen lädt Marvel mit Humor-Video zum Avengers-Start ein

Marvel macht Memmingen zur Doomstadt und Bösewicht-Hochburg – doch der Rathauschef nimmt die Maske ab und betont, was echte Freiheit bedeutet.

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher wirbt als Bösewicht «Doctor Doom» dafür, dass der nächste Marvel-Film in Memmingen Premiere feiert.

Mit einem humorvollen Video will die Stadt Memmingen die Premiere des neuen «Avengers»-Films nach Bayerisch-Schwaben holen. Hintergrund ist, dass das Produktionsunternehmen Marvel für einen Werbefilm ein Bild des Memminger Rathauses samt Marktplatz genutzt hat – und so aus Memmingen quasi Doomstadt gemacht hat, die Heimat des Bösewichts «Doctor Doom».

«Es kommt nicht jeden Tag vor, dass das Rathaus einer bayerischen Stadt Teil des Marvel-Universums wird», sagt Oberbürgermeister Jan Rothenbacher. «Deshalb haben wir beschlossen, die Geschichte mit einem Augenzwinkern aufzugreifen und Marvel offiziell nach Memmingen einzuladen», erläutert der SPD-Politiker.

Der Oberbürgermeister macht Robert Downey Jr. Konkurrenz

Zwischen 2012 und 2019 erschienen bereits vier «Avengers»-Filme, die Fans warten gespannt auf den nächsten. Kürzlich wurde ein Trailer des Streifens veröffentlicht, der im Dezember in die Kinos kommen soll. Im Superhelden-Film «Avengers: Doomsday» spielt US-Schauspieler Robert Downey Jr. die Rolle des grün angezogenen «Doctor Doom».

Doomstadt ist in der Erzählung die Hauptstadt des fiktiven Landes Latveria, dem Herrschaftsgebiet des Schurken. In einem Video der Stadt Memmingen für die sozialen Netzwerke begrüßt deswegen Bösewicht «Doctor Doom» im Memminger Rathaus die Fans: «Welcome to Doomstadt.» Doch der Protagonist nimmt dann die Maske ab und sagt grinsend: «Ne, nicht wirklich.» OB Rothenbacher ist für den Clip in das Kostüm des Bösewichts geschlüpft.

Memmingen steht für Demokratie statt Weltherrschaft

Der Rathauschef sagt, dass Memmingen mit seinem spätmittelalterlichen Rathaus zwar gerne mal die Kulisse für Latveria abgibt, ansonsten mit dem autokratisch regierten Fantasiestaat aber nur wenig gemeinsam habe. Denn Memmingen sei die Stadt der Freiheitsrechte, betont der Oberbürgermeister in einem Schreiben an die Marvel-Macher.

Er bezieht sich dabei auf die «Zwölf Artikel», die Bauern im Jahr 1525 in Memmingen verfassten, um mehr Freiheit einzufordern. Dies gilt als eine der frühesten Demokratiebewegungen Deutschlands. Insofern meint Rothenbacher: «Auch wenn Memmingen vielleicht keine Weltherrschaft bietet, so bieten wir doch etwas ähnlich Kraftvolles: offene Türen, offenes Denken und ein echtes Gefühl der Leichtigkeit.»


Bildnachweis: © Jason Tschepljakow/dpa
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