14. Februar 2026 / Aus aller Welt

Kaum noch Hoffnung für herzkrankes Kind in Italien

Nach einer misslungenen Herz-Transplantation wartet ein Zweijähriger in Neapel auf ein Ersatzorgan. Jetzt kommt ein Ärzte-Team zu dem Schluss, dass keine weitere Transplantation mehr möglich sei.

In Neapel braucht der kleine Junge dringend ein neues Spenderherz. (Symbolbild)

Nach einer völlig misslungenen Herz-Transplantation besteht für einen kleinen Jungen in Italien kaum noch Hoffnung. Ein unabhängiges Ärzteteam kam nach Angaben des Anwalts der Familie zu dem Urteil, dass dem zwei Jahre alten Kind kein neues Herz mehr eingesetzt werden könne. Der Junge liegt seit Weihnachten in der süditalienischen Großstadt Neapel auf der Intensivstation. Beim Transport eines ersten Spenderherzens aus Bozen in Südtirol war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.

Das Schicksal des Kindes bewegt Italien sehr. In den Medien ist der Fall großes Thema. Der Junge wird seit der misslungenen Operation mit Hilfe einer Maschine am Leben gehalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Eltern schalteten nun eine Klinik aus Rom ein, um die Heilungschancen ihres Sohnes zu begutachten. Ihr Anwalt Francesco Petruzzi berichtete im Fernsehensender Rai3, dass der Junge nach Einschätzung dieser Ärzte «nicht mehr transplantierbar» sei.

Ärzte in Neapel wollen noch nicht aufgeben

Hingegen sind die behandelnden Ärzte des Monaldi-Krankenhauses in Neapel der Meinung, dass eine zweite Transplantation noch möglich sei. Der Junge steht nach italienischen Medienberichten auf der Liste der möglichen Empfänger eines Spenderherzens mit derselben Blutgruppe ganz oben. Damit wird nun in ganz Europa nach einem Ersatzorgan für ihn gesucht - ohne dass das bislang Erfolg hatte.

Der Zweijährige leidet an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Weihnachten kam die Nachricht, dass in Südtirol ein Kind ertrunken sei, dessen Herz für eine Transplantation genutzt werden könne. Das Organ wurde 800 Kilometer weiter nach Neapel gebracht. Dabei wurde es nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht wie üblich in herkömmlichem Eis, sondern in deutlich kälterem Trockeneis transportiert. Dadurch sei es «buchstäblich erfroren», hieß es. Die Ärzte entschieden trotzdem, das Herz zu transplantieren.


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
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