Auf der indonesischen Insel Sumatra steigt die Zahl der Opfer nach der schweren Flutkatastrophe weiter. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden mittlerweile mehr als 600 Todesopfer infolge der schweren Überschwemmungen und Erdrutsche gemeldet. Mehr als 460 Menschen werden noch vermisst, rund 2.600 wurden verletzt. Besonders schlimm betroffen sind die Provinzen Aceh, Nordsumatra und Westsumatra, wo Hunderttausende Menschen obdachlos wurden. Verheerende Regenfälle haben zuletzt in mehreren Ländern Südasiens und Südostasiens zu Flutkatastrophen geführt. Laut Informationen der UN-Wetterorganisation WMO in Genf sind nach den Unwettern insgesamt mindestens 1.958 Tote und Vermisste in Indonesien, Vietnam, den Philippinen, Sri Lanka und Thailand zu beklagen. In Vietnam stünden weitere starke Niederschläge bevor, hieß es von der WMO. Auf Sumatra suchten allein im Regierungsbezirk Tapanuli Utara mehr als 15.000 Menschen Zuflucht in provisorischen Notunterkünften. «Unsere Priorität ist es, Zufahrtswege freizumachen, die Vermissten zu finden und sicherzustellen, dass die Vertriebenen Nahrung, sauberes Wasser und Unterkünfte erhalten», sagte Abdul Muhari, Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Er warnte, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Vorausgegangen waren tagelange sintflutartige Regenfälle, die Flüsse über die Ufer treten ließen und Schlammlawinen und Sturzfluten auslösten. Noch immer sind einige Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten, eingestürzte Brücken, zerstörte Straßen und beschädigte Strommasten versperren Helfern den Weg. «Wir sprechen von Menschen, die buchstäblich auf Inseln aus Schlamm und Trümmern leben», sagte Franziska Jörns, humanitäre Koordinatorin der Hilfsorganisation CARE Deutschland. Die Herausforderungen seien enorm und internationale Solidarität extrem wichtig. Das Land hat derweil den Behörden zufolge einen seiner größten Katastrophenhilfseinsätze der letzten Jahre gestartet. Hilfskonvois konnten nach dem Abtragen von Geröll und Erdmassen mittlerweile zu einigen Dörfern vordringen, die tagelang ohne Versorgung waren. Anderswo sind Hubschrauber weiterhin die einzige Möglichkeit, Lebensmittel, Treibstoff, Generatoren und Satellitenkommunikationsgeräte zu liefern. Die 17.000 Inseln Indonesiens werden immer wieder von schweren Naturkatastrophen getroffen - auch extreme Monsunregen sind keine Seltenheit. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse weiter erhöhen dürfte. Sumatra ist die sechstgrößte Insel der Erde und fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Sie liegt ganz im Westen des südostasiatischen Inselstaates auf dem Äquator. Südöstlich von Sumatra liegt die indonesische Hauptinsel Java mit der Hauptstadt Jakarta.Schlammlawinen und Sturzfluten
Klimawandel verstärkt Naturkatastrophen
Bildnachweis: © Binsar Bakkara/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Fluten in Indonesien: Zahl der Toten steigt auf mehr als 600
Immer mehr Tote und Vermisste: Die Ausmaße der verheerenden Überschwemmungen und Erdrutsche auf Sumatra werden erst langsam deutlich. Viele Ortschaften sind weiter isoliert.
Meistgelesene Artikel
- 17. September 2026
Oktoberfest 2026: Drohnenbetrieb rund um den Flughafen München eingeschränkt
Pressemitteilung Polizei
- 23. September 2026
Polizei kontrolliert Schulwege: 19 Verstöße in Ingolstadt festgestellt
Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Nord
- 17. September 2026
Bemalter Sarg wird zugunsten des Hospizvereins Ingolstadt verkauft
Ein Sarg voller Leben – für den guten Zweck
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Oktober 2026
Alkoholverbot an Bahnhöfen - Das Wichtigste im Überblick
Kein Bier, kein Sekt, kein Schnaps - der Konsum von Alkohol ist an Bahnhöfen ab sofort tabu. Ein nüchterner Blick auf die neuen Vorgaben. Und darauf, was die Bahn sich davon verspricht.
- 14. Oktober 2026
Entführungsalarm am Flughafen: War es ein Tippfehler?
Ein defektes Funkgerät und ein womöglich falsch eingegebener Code: Ein Flugzeug wird bis Nürnberg von Eurofightern begleitet. Was mutmaßlich hinter dem Alarm steckte.
- 14. Oktober 2026
Unwetter in Griechenland - Mann von Wassermassen mitgerissen
Autos werden fortgerissen, Fähren bleiben im Hafen, Flüge müssen umgeleitet werden: Griechenland kämpft mit schweren Unwettern. Ein Mann stirbt.









