3. März 2026 / Aus aller Welt

Ein Wal im Wismarer Hafen

Ein mehrere Meter langer Finnwal sorgt für Staunen in einem Ostsee-Hafen. Einsatzkräfte kümmern sich um das Tier, das gefährlichen Ballast bei sich hat. Hatten sie Erfolg?

Es handelt sich um einen zehn bis zwölf Meter langen Finnwal.

Ein Wal hat im Hafen von Wismar in der Ostsee für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums handelte es sich bei dem ungewöhnlichen Gast am Dienstag um einen Finnwal. Er hatte sich in einem Netz verfangen. Gegen 18 Uhr habe er den Hafen wieder verlassen, hieß es. Finnwale können mehr als 25 Meter lang werden.

Seit wann sich das Tier dort befand, konnte der Sprecher der Stadt Wismar, Marco Trunk, nicht sagen. «Ich hab' heute Mittag davon erfahren.» Etwa 50 Schaulustige beobachteten den Meeressäuger seiner Aussage nach am Nachmittag. Zuerst hatte der Sender Ostseewelle berichtet.

Die Feuerwehr war laut Trunk mit einem Boot im Einsatz, die Wasserschutzpolizei mit zwei Booten. Am Abend war weiterhin die Meeresschutz-Organisation Sea Shepherd mit einem Schiff bei dem Wal, auch das Deutsche Meeresmuseum war darauf mit Personal vertreten. 

In Stellnetz verheddert

Man habe zuletzt versucht, sich mit einem Taucher zu nähern, sagte ein Sprecher von Sea Shepherd. Das Tier hatte sich demnach in einem Stellnetz verfangen und es mit einer Länge von etwa hundert Metern hinter sich hergezogen. Das Netz sei dann in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr entfernt worden. 

Allerdings habe sich eine Leine um den Körper gewickelt, die bis zuletzt nicht entfernt werden konnte. «Das Tier ist sehr, sehr stark gestresst», hieß es. Grund dafür seien das Netz und die Annäherungsversuche. Der Wal sei schätzungsweise zehn bis zwölf Meter lang.

Ungewöhnliche Sichtung

Dass sich Schweinswale - auch Kleine Tümmler genannt - in der Ostsee in solchen Netzen verheddern, komme sehr häufig vor, sagte der Sprecher. Diese werden bis zu 1,80 Meter lang. «Jetzt hat es einen Großwal erwischt.» Das sei in der Ostsee ein Novum. 

«Wir hoffen natürlich, dass wir in der Lage sind, das Tier zu befreien - vollständig.» Man müsse davon ausgehen, dass das Tier noch weiter wächst. «So eine Leine schneidet sich dann einfach noch weiter und weiter ein.» Man wolle dem gestressten Tier aber zunächst wieder etwas Ruhe geben. «Vielleicht ist dann noch mal eine Annäherung später möglich.»

Derartige Sichtungen sind nach Aussage des Stadtsprechers in Wismar ungewöhnlich. Es gebe immer mal wieder Schweinswale, aber nicht so große Wale. Erst Anfang des Jahres war wiederholt ein Finnwal in der Flensburger Förde in der westlichen Ostsee gesichtet worden. Er lockte Neugierige auf die Spazierwege, Molen und Uferpromenaden in und um Flensburg.


Bildnachweis: © Tom Schultz/WISMAR.FM/dpa
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