2. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Bündnis fordert Aus für Böller - Vorbild Niederlande

Für viele sind Feuerwerk und Böllerei an Silvester Tradition. Manche greifen dafür tief in die Tasche. Andere führen Feinstaubbelastung, Lärm und Polizeieinsätze ins Feld. Maßnahmen werden gefordert.

Das Bündnis #böllerciao setzt sich für ein bundesweites Verbot privater Silvesterböller und -raketen ein. Das Aus für das Feuerwerk an Silvester? (Symbolfoto)

Knapp einen Monat vor Silvester entfacht sich erneut die Diskussion um ein Böllerverbot in Deutschland. Das Bündnis #böllerciao will den Druck auf die Innenministerinnen und Innenminister der Länder erhöhen. Es fordert, dem Beispiel der Niederlande zu folgen, und ruft die Minister dazu auf, sich bei ihrer Konferenz (3. bis 5. Dezember) für ein bundesweites Verbot privater Silvesterböller und -raketen starkzumachen. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk warnte vor «populistischen Scheinlösungen». 

In den Niederlanden dürfen Privatleute ab Silvester 2026/2027 kein Feuerwerk und keine Böller mehr zünden. Anlass für das Verbot war die zunehmende Gewalt in dem Nachbarland zu Silvester. 

Breites Bündnis für Verbot

«Die Niederlande handeln und schützen ihre Bevölkerung, ihre Tiere, die Einsatzkräfte und die Umwelt. Deutschland hingegen lässt weiter zu, dass für den Spaß einer sehr kleinen Minderheit jedes Jahr tausende Menschen verletzt werden, Städte im Feinstaub versinken und Millionen Tiere in panische Flucht geraten», erklärte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). 

Die Organisation gehört gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dem Deutschen Kinderhilfswerk, Ärztevertretern und der Tierschutzstiftung Vier Pfoten sowie etwa 50 weiteren Initiativen dem Bündnis #böllerciao an. Dieses verweist auf Umfragen, wonach sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen private Böller und Raketen ausspricht. 

Hunderttausende unterschreiben Petition 

Mit einer Petition will das Bündnis seiner Forderung an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für ein flächendeckendes Verbot untermauern. Nach den Angaben haben diese bislang mehr als 674.200 Menschen unterzeichnet. 

Der Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester ist in einem Bundesgesetz geregelt. Einige Bundesländer versuchen, dies zu ändern. Sie wollen entscheiden können, ob sie Verbote erlassen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hofft, dass diese Möglichkeit im Jahr 2026 besteht. In der Hauptstadt wurden in den vergangenen Jahren mehrere einzelne Böllerverbotszonen an Orten mit viel Randale bestimmt. 

Kritik an «einseitigem Bild»

Die Gewerkschaft der Polizei kämpft schon länger wegen der Entlastung der Polizei für ein Pyrotechnikverbot für den Privatgebrauch. Auch Ärzte machen sich dafür stark. «Kinder und Jugendliche gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen durch Silvesterböller», so der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. 

Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten sieht im Silvesterfeuerwerk auch «ein ernstes Tierschutzproblem». Buntes Feuerwerk und laute Böllerschüsse bedeuteten für viele Tiere «einen tagelangen Ausnahmezustand». 

Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk kritisierte hingegen ein «einseitiges Bild» vom Jahreswechsel: «Aus einer Nacht kontrollierter Ausnahme und Freude konstruieren Feuerwerksgegner einen Dauernotstand», erklärte Geschäftsführer Christoph Kröpl. «Das Fehlverhalten Einzelner wird zum Allgemeinzustand verzerrt, auch auf dem Rücken migrantischer Jugendlicher.» Nötig seien wirksame Maßnahmen gegen illegales Feuerwerk und Täter, die Straftaten mit Böllern und Raketen begingen.


Bildnachweis: © Paul Zinken/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Wenn jeder Tag zählt: Ingolstadt hält weiter zusammen für Claudia und ihre Tochter
Aktuelles aus der Region 10

Claudia aus Wettstetten kämpft gegen unheilbaren Brustkrebs. Gemeinsam hilft die Region ihr und ihrer Tochter in dieser schweren Zeit. ❤️

weiterlesen...
Memmingen lädt Marvel mit Humor-Video zum Avengers-Start ein
Aus aller Welt

Marvel macht Memmingen zur Doomstadt und Bösewicht-Hochburg – doch der Rathauschef nimmt die Maske ab und betont, was echte Freiheit bedeutet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Korruptionsaffäre in Monaco zieht weitere Kreise
Aus aller Welt

Ein geplatztes Großprojekt, Ermittlungen und gegenseitige Vorwürfe: Die Korruptionsaffäre in Monaco nimmt weiter Fahrt auf.

weiterlesen...
Prozess um Tod dreier Kinder in den USA endet ohne Urteil
Aus aller Welt

Eine Mutter räumt ein, ihre Kinder getötet zu haben und wäre laut Berichten trotzdem fast freigesprochen worden. Ein einzelner Geschworener soll ein einstimmiges Urteil verhindert haben.

weiterlesen...
45,7 Grad: Spaniens heißester Tag seit Jahresbeginn
Aus aller Welt

Mit 45,7 Grad meldet Spanien die Einstellung eines Hitzerekords für September. Der Wert wurde in Andalusien gemessen. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen ungewöhnlich hoch bleiben.

weiterlesen...