Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist nach einer wetterbedingten Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Bis zum Abend kam es aber weiterhin zu Ausfällen und mehrstündigen Verspätungen, wie eine Sprecherin mitteilte. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschränkt, sagte sie. «Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven Verspätungen.» Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich länger als sonst üblich, erklärte die Sprecherin. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulären Tag. Bis zum Abend haben nach ihren Angaben die Airlines etwas Dreiviertel der für heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen. Der Betrieb am BER war am Mittag wieder angelaufen. Offiziell wurde der Flugbetrieb der Sprecherin zufolge um 12.00 Uhr freigegeben. Gegen 13.00 Uhr startete das erste Flugzeug in Richtung Amsterdam. Schritt für Schritt werde derzeit der Betrieb hochgefahren, sagte sie weiter. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunächst eingestellt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe die Flugbetriebsflächen die gesamte Nacht über mit Enteisungsmittel behandelt, aber ohne Erfolg, sie seien spiegelglatt, hieß es am Morgen. Hunderte Reisende harrten über Stunden am BER aus, einige mussten die Nacht dort verbringen. An den Check-in-Schaltern kam es am Freitag zu langen Wartezeiten. Viele betroffene Passagiere äußerten sich frustriert über mangelnde Informationen seitens der Fluggesellschaften. Allein am Freitag wurden bis zum Nachmittag den Fluganzeigen zufolge mehr als 100 Flüge gestrichen. Betreiber und Passagiere müssen zudem hoffen, dass es am Abend und in der Nacht nicht erneut zu Blitzeis auf den Start- und Landebahnen kommt. In diesem Fall müsste der Flugbetrieb erneut eingestellt werden, sagte eine Sprecherin. Die Gewerkschaft Verdi hob hervor, die interne Krisenkommunikation mit den Beschäftigten habe funktioniert. Diese hätten im Kontakt mit den Passagieren «das Bestmögliche geleistet». Gleichwohl kritisierte die Arbeitnehmervertretung das Ausmaß der Schließung am BER. Dieses sei vermeidbar gewesen. «Entscheidend ist dabei die unzureichende Vorbereitung und Resilienz», teilte der Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, Dennis Dacke, mit. «Weltweit gibt es zahlreiche Flughäfen, die regelmäßig mit vergleichbaren Wetterlagen umgehen müssen, in Europa etwa in den skandinavischen Ländern», betonte er. Technisch stünden dafür etablierte Verfahren zur Verfügung. Der Flughafenverband ADV betonte: «Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn diese nicht mehr gewährleistet werden kann, ist eine temporäre Einstellung des Flugbetriebs trotz aller Vorsorgemaßnahmen unvermeidbar.» Eisregen zähle zu den wenigen meteorologischen Ereignissen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und Räumverfahren an ihre Grenzen stießen. Generell sei es jedoch so, dass extreme Wetterereignisse an Bedeutung gewännen und Flughäfen weltweit vor neue Herausforderungen stellten. «Daher ist es sinnvoll, bestehende Konzepte regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln – etwa im Hinblick auf Technik, Prozesse und Entscheidungswege», teilte der ADV mit. Die witterungsbedingte Einstellung des Flugbetriebs kann laut ADV zu Betrieb am Donnerstagabend eingestellt
Gewerkschaft kritisiert Ausmaß der Einschränkungen
Verband: Sicherheit hat Priorität
erheblichen finanziellen Einbußen führen. Die genaue Schadenshöhe hänge aber stark von Dauer und Umfang des Ausfalls ab und lasse sich erst im Nachgang belastbar beziffern, wie es weiter hieß.
Bildnachweis: © Carsten Koall/dpa
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Betrieb am BER läuft wieder - Verspätungen und Ausfälle
Der Flugbetrieb am BER läuft wieder. Doch es kommt zu stundenlangen Verspätungen und Ausfällen. Betreiber und Passagiere müssen hoffen, dass es eisfrei bleibt.
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