In einer mehrwöchigen Testphase hat der Plastikmüll-Fänger der Organisation The Ocean Cleanup im Pazifik Erfolge erzielt. Bei neun Einsätzen habe das System knapp 29 Tonnen Plastikmüll auf der Meeresoberfläche eingesammelt, teilt die Organisation im kanadischen Victoria mit. Für ihn sei dieser erfolgreiche Test der Beweis, dass die Technologie funktioniert und dass damit die Ozeane von Müll gereinigt werden können, sagte der Initiator und Leiter der Organisation, der Niederländer Boyan Slat, vor Pressevertretern. «Ich denke, dies ist wirklich ein Erfolg für die Menschheit», erklärte der 27-Jährige. Ende Juli war das überarbeitete System 002 mit dem Spitznamen «Jenny» von Kanadas Westküste zum sogenannten Great Pacific Garbage Patch (dt. Großer Pazifischer Müllteppich) ausgelaufen. In diesem Strömungswirbel im Pazifik sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln. Der Müllfänger von «The Ocean Cleanup» ist eine 800 Meter lange Netzkonstruktion, die von zwei Schleppern in U-Form langsam durchs Wasser gezogen wird. Der Kunststoffabfall, der sich darin sammelt, wird auf die Schiffe geladen und an Land recycelt. Nach Ende der Testphase sollte System 002 schon wieder in See stechen, teilte das Unternehmen mit. The Ocean Cleanup hat große Pläne: Demnach soll langfristig eine Flotte von zehn Reinigungssystemen mit einer Länge von je 2500 Metern im Einsatz sein. Alle fünf Jahre soll damit die Menge von Müll im Great Pacific Garbage Patch um die Hälfte abgebaut werden. Der erste Müllfänger war im September 2018 von San Francisco aus gestartet. Die Anlage wurde jedoch bei ihrem Testeinsatz beschädigt und konnte den Müll nicht wie geplant festhalten. Bei der Entwicklung des Projekts, das von Unternehmen und Universitäten unterstützt wird, gab es viele Fehlschläge. Zudem gibt es Kritik an der Effektivität und der Nachhaltigkeit des Systems. Einer 2020 veröffentlichen Studie zufolge, können schwimmende Barrieren, die Plastik sammeln, nur einen kleinen Beitrag zur Reinigung der Meere leisten. «Wir müssen dringend überdenken, wie wir Plastik produzieren, konsumieren und entsorgen und wie wir nachhaltige Alternativen vorantreiben können», sagte der Mitautor der Studie, Agostino Merico vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen. Neben der Reinigung seien vorbeugende Maßnahmen wichtig, sagte Slat am Mittwoch. Er verwies auf Abfangvorrichtung in Flüssen, um den Zustrom von Plastikmüll in die Meere zu begrenzen. «Ocean Cleanup» betreibe schon vier derartige «Interceptor»-Müllfänger, unter anderem in Indonesien und Malaysia. Kritiker verweisen auch auf die Umweltbelastung durch die Abgase der Schiffe, die den Müll einsammeln und lange Strecken zurücklegen. Nach Angaben der Organisation sollen Emissionen durch Kompensations-Zertifikate ausgeglichen werden. Ocean Cleanup hat große Pläne
Nur ein kleiner Beitrag zur Reinigung der Meere
Bildnachweis: © Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa
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29 Tonnen Plastikmüll im Pazifik eingesammelt
Tonnen von Plastikmüll verschmutzen die Ozeane. Mit dem Projekt Ocean-Cleanup will ein junger Niederländer dagegen angehen. Es gab Fehlschläge und Kritik. Doch nun ist eine Testphase abgeschlossen.
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