10. November 2020 / Aktuelles aus der Region 10

Vermehrt Biber im Schutter-Einlaufbecken

Umweltamt sucht weitere Biberberater

Von September bis März ist wieder mehr los im Einlaufbecken der Schutter in den Künettegraben. Die zweijährigen Jungbiber müssen ihren Familienverband verlassen und sind auf der schwierigen Suche nach einem unbesetzten Revier. Auch in der Schutter schwimmen jetzt vermehrt Tiere flussabwärts Richtung Donau. Beim Rechen des Einlaufbeckens der Schutter in den Künettegraben treffen sie aber auf ein unüberwindbares Hindernis. Über eine Holzrampe können sie zwar das Wasser verlassen, gelangen dann aber nur in den durch Gitter verschlossenen Überlaufkanal. Hier ist die Reise erst einmal zu Ende, und die Tiere müssen warten, bis ein ehrenamtlicher Biberberater der Unteren Naturschutzbehörde sie befreit und umsetzt. Eine Besiedelung des Künettegrabens muss auch wegen der gefährlichen Querung der viel befahrenen Schloßlände vermieden werden.

Wichtig ist, dass die Tiere nicht unnötig gestört werden und dass nichts verändert wird. Manche wohlmeinenden Bürger denken, sie müssten den Biber wieder „frei“ lassen und präparieren das angebrachte Klappgitter so, dass die Biber entsprechend ihrem Fluchtinstinkt wieder zurück ins Wasser können. Dort können die Tiere von den Biberberatern aber nicht gefangen werden. Im Wasser werden die Tiere zunehmend müde und sterben irgendwann an Erschöpfung.

Am Geländer des Einlaufbeckens wurde ein Schild mit der Telefonnummer und E-Mail Adresse des Umweltamts – Untere Naturschutzbehörde der Stadt Ingolstadt – angebracht. Dort können Bürger „gestrandete Biber“ melden. Für die Biber ist es kein Problem ein oder zwei Tage in der Schleuse zu bleiben. Die Ingolstädter Biberberater kontrollieren den Überlaufkanal regelmäßig und versuchen die Tiere so schnell wie möglich umzusetzen. Daher die dringende Bitte der Biberberater: „Stören Sie bitte die Tiere nicht und verändern Sie nichts!“

Am 22. September wurden von Bürgermeisterin Petra Kleine drei neue Biberberater ernannt. Diese kümmern sich bei Fragen rund ums Bibermanagement und versuchen Konflikte zwischen Biber und Bürger zu lösen. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Entnahme und Umsetzung der gestrandeten Biber im Künettegraben.

Für dieses Ehrenamt sucht das Umweltamt noch Interessenten, die sich zum Biberberater ausbilden lassen und die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Ingolstadt unterstützen möchten. Die Biberberater erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung. Wer Interesse hat oder noch mehr Informationen benötigt, kann sich per E-Mail an naturschutz@ingolstadt.de melden.

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