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Die Festung virtuell erleben

Die Festung virtuell erleben

Wie sahen die Bauwerke der Bayerischen Landesfestung in Ingolstadt vor 150 Jahren aus? Wer das ganz genau wissen möchte, kann im Stadtmuseum zu einem Spaziergang in die Vergangenheit aufbrechen. Der virtuelle Festungsrundgang, den die Technische Hochschule Ingolstadt zusammen mit der Firma Bertrandt, dem Bayerischen Armeemuseum, dem Stadtmuseum und der ITK, unterstützt von Audi und IRMA, schon vor einigen Jahren realisiert hat, kann nun nach einigen Praxistests im Stadtmuseum auch für Gruppen von zehn bis 15 Personen angeboten werden. Dafür stehen nun entsprechend vorbereitete Smartphones samt VR-Brillen zur Verfügung. 

Der einstige Festungs-Hauptwall ist heute nur noch an wenigen Stellen erhalten. Man kann seine mächtige, mit Schießscharten versehen Front noch im Freibad, im Schutterhof, oder bei der Fronte Rechberg mit dem Kavalier Heydeck bewundern. Auf dem Gießereigelände sind seine Fundamente wieder freigelegt und werden auch künftig sichtbar bleiben. Seit einiger Zeit gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit, den Hauptwall zu erleben. Man kann ihn sogar besteigen und einen freien Blick auf das Kavalier und die vor dem Wall liegenden Verteidigungswerke werfen. Auch ein Spaziergang durch die Festung ist möglich. Idealer Ausgangspunkt für diesen Spaziergang ist das Kavalier Hepp, denn dieser Wehrbau ist nicht nur Sitz des Stadtmuseums. In seinem Umfeld sind der Wall und die übrigen Wehrbauten bis auf wenige Reste eingeebnet. Dieser Nachteil wird durch den neuen „Virtuellen Festungsrundgang“ zum Vorteil: Ungehindert kann man sich genau an die Stelle begeben, wo sich die am Computer rekonstruierten Wehrbauten befanden. So kann man sich am Originalort durch die VR-Brille in die Zeit vor 150 Jahren zurückversetzen lassen.

Das Kavalier Hepp mit dem Tor Hepp, das eigentlich „Neues Kreuztor“ heißt, wird in der „Virtuellen Realität“ wieder zum geschlossenen Hof, der vom Hauptwall mit dem Tor und dem Kavalier umgeben ist. Nun sind aber keine großen Fenster mehr zu sehen, wie heute. Vielmehr blickt man in Geschützportale und Schießscharten, wie ein Feind, der durch das „Neue Kreuztor“ eingedrungen wäre. Vor dem Kavalier ist ein Graben ausgehoben und eine mächtige Erdrampe führt hinauf auf den Wall. Von oben erkennt man dann am besten, wie das Kavalier Hepp in die Hauptumwallung der königlichen Hauptlandesfestung Ingolstadt eingebunden war. Wer Zeit mitbringt, kann sich mit der VR-Brille auch auf die große Wiese beim Hetschenweiher „teleportieren“ lassen. Ihre dreieckige Form zeichnet noch die alten Festungsanlagen nach. Über eine virtuelle Rampe kann man auch sie besteigen und einen Spaziergang auf dem Verteidigungswerken vor dem Hauptwall unternehmen. Dabei erlebt man die schwindelerregende Höhe dieser heute nur noch unterirdisch erhaltenen Bauten. Abschluss des Weges ist ein inselartiger Erdhügel im Grüngürtel, der der letzte überirdische Rest eines Rückzugswerks ist. Hier steht man wieder auf „altem Niveau“ und kann unmittelbar die Situation heute mit der vor 150 Jahren vergleichen. Die alte „Schanz“ ist virtuell wieder präsent. Die etwa einstündigen Führungen sind für Kleingruppen (max. 15 Teilnehmer, ab zwölf Jahren) ab sofort an der Museumskasse des Stadtmuseums (0841/305-1885) buchbar.

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Foto: Stadtmuseum

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